Die Eddy Geschichte

Die Sonne scheint. Im Garten steht ein Apfelbaum. Hoch oben, versteckt, sitzt Eddy und langweilt sich. Alle seine Freunde haben keine Zeit für ihn, spielen am PC oder hängen vor dem Fernseher. Sie haben gar keine Lust, draußen zu spielen, sind träge und wollen sich nicht schmutzig machen. Eddy guckt in den Himmel und sieht den Wolken zu. Da kommt plötzlich eine Wolke daher, die aussieht wie eine Banane. Das findet Eddy lustig. Nach einer Weile erkennt er in einer anderen Wolke einen Salatkopf. „Warum sagt Mama eigentlich immer, Obst und Gemüse sind so gesund?“ fragt er sich, pflückt einen Apfel, reibt ihn an der Hose ab und beißt hinein. „Dass sie gut schmecken, ist ja klar, aber was können sie was man eben nicht schmeckt? Mama sagt auch immer, dass da Vitamine drin sind und so “Stoffe”, die helfen, stark und fit zu bleiben – und dass man oft draußen spielen soll – und Radfahren und so was…” Er grübelt noch eine ganze Weile nach, dann klettert er herunter und spaziert die Straße entlang bis zum Kaufmann an der Ecke. Der hat draußen sein Obst und Gemüse aufgebaut: Da räkeln sich Möhren neben Zucchini und Paprika in der Sonne und die Äpfel, Birnen und Bananen kuscheln in den Kisten. Herr Krämer, der seine Lieblinge gerade wieder mal schön anordnet und sortiert, grüßt Eddy freundlich, als der vorbeikommt. „Hallo, Herr Krämer – haben Sie mal kurz Zeit für mich? Ich hab da mal ´ne Frage.” „Was gibt es denn, Eddy? Schieß los!” „Also, ich wollte wissen, was kann denn unser Essen, so dass es uns hilft, auf Dauer Power zu haben, wie Mama immer sagt?” Herr Krämer setzt sich auf den Randstein und überlegt.
„Tja, viele Lebensmittel, z.B. Obst und Gemüse, haben wichtige Bestandteile, die unserem Körper Kraft geben. Sie heißen Vitamine und…” „Ja,… Stoffe haben die auch! “strahlt Eddy. „Genau, Mineralstoffe heißen die, aber die können wir nicht sehen oder anfassen. Wir müssen jeden Tag viele verschiedene Lebensmittel essen, damit wir immer Power in unserem Körper haben, nicht ständig müde sind und nicht so leicht krank werden. Ab und zu kann man auch mal etwas Süßes essen.” Eddy steht auf, sagt brav: „Danke” und geht wieder nach Hause. Er hat eine Idee. In der Küche zerschneidet er einen Apfel in vier Teile. Er piekst einen Holzspieß durch eine Weintraube und befestigt sie damit auf dem Apfel. Danach kramt er ganz hinten aus dem Küchenschrank die Eisfächerwaffeln, die Mama oft für das Eis nimmt.
Eddy schiebt sie vorsichtig in die Apfelschnitze und fertig sind seine Turboapfelboote. Wenn diese unsichtbaren Stoffe in Obst, Gemüse, Vollkornbrot und Milch so wichtig sind, dann sollten seine Freunde schleunigst was davon essen. Er trabt los zu Ole, der zwei Häuser weiter wohnt. Oles Mama macht auf und Eddy stürmt schnell in Oles Zimmer. Der liegt mit dem Kopf auf der Computertastatur und pennt. Eddy packt seine Turboboote auf den Schreibtisch und stupst Ole auf die Schulter. „Ole ??????” Der öffnet träge die Augen, stutzt, als er die coolen Apfelboote sieht. „Was is´n das?” „Das ist mein Dauerpowertrick,” sagt Eddy begeistert. „Hää????” „Das macht dich fit, du alte Schlafmütze. Los, probier mal!”
Ole hebt den Kopf, auf seiner Wange sieht man die Abdrücke der Tastatur.
Er beißt in das Apfelstück, reißt die Augen auf und fragt: „Mmmmmh, lecker….kann ich noch eins haben?“ „Klar,” sagt Eddy, „und dann lass uns draußen toben gehen.”

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