Essen und Trinken bei Laktoseintoleranz
21. Juni 2010
Laktoseintoleranz beruht auf einer verminderten oder fehlenden Aktivität des Enzyms Laktase. Laktase spaltet im Dünndarm den Milchzucker (Laktose) in die Bestandteile Glucose (Traubenzucker) und Galaktose. Nur diese Bestandteile können weiter vom Körper aufgenommen (resorbiert) werden.
Wird der Milchzucker nicht oder nicht vollständig gespalten werden, gelangt ein Teil der Laktose in den Dickdarm, wo er von Bakterien abgebaut wird.
Die hierbei entstehenden Stoffe können Blähungen und Durchfälle auslösen, weitere Symptome können Bauchschmerzen oder Übelkeit sein.
Der so genannte primäre Laktasemangel tritt bei Erwachsenen mit zuvor normaler Laktoseverträglichkeit auf. Daneben gibt es den angeborenen Laktasemangel oder dem Laktasemangel als Begleiterkrankung z.B. bei Zöliakie.
In Deutschland liegt die Häufigkeit der Laktoseintoleranz bei Erwachsenen bei etwa 15%.
Ernährung:
Reduktion der täglichen Laktoseaufnahme bis keine Beschwerden mehr auftreten, diese Menge kann individuell sehr unterschiedlich sein und muss entsprechend ermittelt werden.
Laktose ist außer in Milch- und Milchprodukten auch in solchen Lebensmitteln enthalten, die Milch als Zutat enthalten oder bei denen Laktose zugesetzt wurde. Diese Produkte müssen entsprechend eingeschränkt werden.
Laktosefreie Milcherzeugnisse
Hier wurde die Laktose weitgehend entfernt. Diese Produkte schmecken i.d.R. etwas süßlich.
Erhältlich ist unter anderem Milch, Sahne, Quark, Joghurt, Mozzarella u.v.a.m.
Hart-, Schnitt und Weichkäse:
Da während der Käsereifung Laktose abgebaut wird, sind viele Sorten nahezu laktosefrei. Dazu gehören u.a. Emmentaler, Bergkäse, Gouda, Parmesan. Viele Hersteller kennzeichnen ihre Produkte entsprechend.
Calcium
Eine abwechslungsreiche, vollwertige Ernährung ist besonders in Hinblick auf die Calciumversorgung wichtig. Wie ist eine ausreichende Zufuhr möglich?
- Käse (s.o.)
- Laktosefreie Milch- und Milchprodukte
- mit Calcium angereicherte Sojaprodukte als Milchersatzprodukte
- Pflanzliche Lebensmittel mit hohem Calciumgehalt wie Grünkohl, Broccoli, Fenchel
- Calciumreiches Mineralwasser (mehr als 150mg Calcium pro Liter)
- Mit Calcium angereicherte Fruchtsäfte
Diagnose:
Folgende Möglichkeiten bestehen zur Bestätigung beim Arzt:
- H2-Atemtest
- Blutzuckertest
Laktose = Milchzucker
Laktase = Milchzucker spaltendes Enzym
Laktoseintoleranz = Milchzuckerunverträglichkeit
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